Wer sind wir?

Die Fechterinnen und Fechter von Klingenspiel sind eine Gruppe historisch interessierter Enthusiasten, die sich dem ernsthaften
Studium der Fechtkünste vom 16. bis zum 19. Jahrhunderts widmen. Bühnenfecht- oder Showelemente stehen bei unserem
Training weit im Hintergrund, unser Ziel ist es, einen möglichst praxisorientierten und historisch korrekten Zugang zu über-
lieferten Fechttechniken zu finden.

Bericht auf:  
Huscarl
Was tun wir?
Basierend auf Quellenstudium und vergleichendem Training mit anderen historischen Fechtern haben wir ein Trainingsprogramm
entwickelt, welches die für unser Training relevanten Basis-Techniken beinhaltet. Durch regelmäßiges Üben, Hinterfragen,
Vergleichen mit den historischen Quellen und praktische Umsetzung im freien Kampf werden die Techniken vertieft, durch
einfache Prüfungen zu den jeweiligen Themenbereichen wird das Wissen gefestigt.

Die Waffentechniken, die wir erlernen und üben, unterscheiden sich natürlich je nach Epoche.

Die ältesten Techniken die wir studieren, stammen aus der Zeit um 1530 (Achille Marozzo) behandeln den Kampf mit Schwert
(Degen) und Buckler.
Die Rapiertechniken des frühen 17. Jahrhunderts (Ridolfo Capo Ferro, 1610) bilden den Höhepunkt der italienischen Rapierkunst, und nach dessen Prinzipien richtet sich im wesentlichen auch unser Trainingsprogramm.
Parallel zur italienischen Fechtkunst widmen wir uns der - zur gleichen Zeit existierenden - spanischen Fechtkunst nach Thibault (1628).
Fechttechniken mit dem "Smallsword" des 18. Jahrhunderts und der militärische Säbelkampf des 18. und 19. Jahrhunderts nach Hutton bzw. österreichischen Quellen runden unsere Beschäftigung mit der historischen Fechtkunst ab.

Warum?
Das Ziel unsere Trainings ist es, ein Gefühl und Verständnis für eine Kampfkunst zu bekommen, die über ungefähr 350 Jahre lang
vor allem das zivile Leben und Zusammenleben in Europa prägte, und vereinzelt auch noch in unserer Zeit - wenn auch oft versteckt
und verändert - ihre Bedeutung hat.

Wir haben bewusst den Weg gewählt, nicht über die Gegenwart mit ihren hochspezialisierten Formen des Sport- und
Theaterfechtens in die Vergangenheit zu blicken, sondern direkt in der Vergangenheit aufzusetzen und uns langsam nach vorne
zu arbeiten.

Auch wenn jeder, der ein Rapier in die Hand nimmt, vordergründig mal an "Die Drei Musketiere" oder "Scaramouche" denkt,
so soll den Übenden durch unser Training auch bewusst werden, dass der Kampf mit dem Rapier, dem Degen und dem Säbel
einer Tradition folgt, in der es in erster Linie darum ging, einen Zweikampf auf Leben und Tod zu überstehen.
Dementsprechend legen wir Wert darauf, dass in unserem Training mit entsprechenden Bewusstsein, Respekt und Vorsicht
an das Thema "historischer Fechtkampf" herangegangen wird.