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Da wir ja alle praktizierende Fechter sind und auch schon so manche Blessuren beim Sparring, beim Auftritt oder
beim einfachen Training davongetragen haben, möchten wir Sie nicht den gleichen Weg der Schmerzen gehen
lassen. Wir wollen Ihnen daher ein paar einfache, aber recht effektive Ausrüstungsgegenstände zeigen, die das
Gröbste verhindern….

Eines jedoch ist vollkommen klar:
DER BESTE SCHUTZ IST DIE VORSICHT UND DER RESPEKT DEM PARTNER UND DER KUNST DES FECHTENS
GEGENÜBER!

Für das 15. Jhdt. und davor (ohne Schilde!)
Dolch
Für das Messer und das Schwert
Für Stangenwaffen
Seitschwert - Spada di Lato
Schutzkleidung für das Rapier, Main Gauche und Degen

 
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Für das 15. Jhdt. und davor (ohne Schilde!)

Für den Dolch (nach oben)
Fechtmaske, nach Möglichkeit die 1300N (Newton) Maske, dazu sollte man noch einen Halsschutz aus dickem Leder
tragen, der abrutschende Dolchstiche Richtung Kehlkopf auffangen soll.

Natürlich sollten gerade fürs Dolchtraining vorzugsweise Holzdolche verwendet werden, da es sich hierbei um einen
sehr schnellen und auch brutalen Weg der Konfliktbewältigung handelt.
Handschuhe sind hier nicht notwendig und verhindern sogar das problemlose Erfassen des Dolches.
Als Stichschutz für den Oberkörper reicht ein dünner wattierter Wams, eine Fechtweste oder ein dünner Gambeson.

Die Arme und Beine sind hier vernachlässigbar, ein Tiefschutz für die Männer kann natürlich von Vorteil sein, das
muss jeder selbst entscheiden!

Für das Messer und das Schwert (nach oben)
Da sich nicht jeder sofort eine Rüstung kaufen kann oder will, muss man auch hier improvisieren. Das kann man von
sehr günstig bis extrem überteuert.

Wieder zu finden ist hier die 1300er Fechtmaske und der Halsschutz. Die Fechtmaske kann je nach Wunsch
natürlichnoch gepolstert werden. Vor allem auf der Maskeninnenseite, wo sie am Kopf aufliegt, sollte noch die eine oder andere Schicht mit dämpfendem Material ausgelegt werden. Hier bieten sich an: innen und außen zusätzlich
Isomatte befestigt und außen noch eine Schicht aus 4 mm Sohlenleder.

Dazu kommen dann noch Handschuhe. Einfache Lederhandschuhe wie z.B. Schweißerhandschuhe sind zwar nett,
reichen aber bei weitem nicht aus, um Brüche zu verhindern! Bei uns haben sich besonders Crickethandschuhe
oder Lacrosse-Handschuhe bewährt. Wem beides zu mühsam zu besorgen ist, der kann auch Eishockeyhandschuhe verwenden. Diese sind jedoch vor allem im Handgelenksbereich und beim Daumen zu
steif, schützen zwar noch besser, sind aber weniger beweglich.

Beim Körperschutz kann man einfach gehen oder sehr ins Geld…
Ein dickerer Gambeson zur Dämpfung der Schlagwucht sollte immer verwendet werden, vor allem im Bereich des
Schlüsselbeins und der Schultern. Dazu kann man noch Hartstoffprotektoren verwenden. Gute Kompletteile sind
hierbei beim Eishockey und beim Motocross zu finden.
Zum Beispiel: Fa. Dainnese (Motorradpanzerung) eine sehr sehr gute und vor allem luftdurchlässige
Motocrosspanzerung. Der Kostenpunkt hierfür war € 145,-- (Stand Juni 2005).

Der Gambeson sollte zumindest bis zu den Oberschenkeln gehen und somit auch die Weichteile abdecken. Für die
Knie und Schienbeine bieten sich Eishockeyschützer an. Die Preise hierfür sind moderat und der Schutz ist nahezu
perfekt.

Für die Unterarme haben sich Hartplastikschienbeinschützer bewährt. 2 Paar, ein kleines für die Arminnenseite, und größere für die Außenseite. Die Paare werden dann auf zwei Riemen genietet oder geklebt, und schon hat man einen hervorragenden Schutz und das für nur € 20,--. Wenn man eine Motocross- oder Hockeyrüstung verwendet, kann man sich die Schützer für die Außenseite ersparen. Ellbogenschützer können vom Inlineskaten verwendet werden. Die reichen im Normalfall aus und entfallen ebenfalls,wenn man sich eines der beiden erwähnten Kompletteile kauft!

Als Schwertsimulatoren gibt es nichts wirklich Verwendbares! Wir trainieren mit unterschiedlichen Materialien.
Einerseits haben wir Holzschwerter, dann haben wir auch Shinais und natürlich unsere Stahlschwerter. Am besten
geeignet sind für das Fechten des 15. Jhdts. so genannte Fechtfedern. Dies sind "echte" Stahlschwerter, allerdings
so dünn (ca. 1,5 - 2 mm), dass sie sich beim Stich sofort durchbiegen. Auch haben sie keine Spitze, sondern sind
rund wie ein Tortenheber.

Für Stangenwaffen (nach oben)
Nun ja… was soll man für Protektoren hierfür finden? Diese Teile wurden extra dafür gebaut, um Rüstungen zu
zerstören und das tun sie auch bis heute!

Ergo benutzt man das gleiche wie für das Schwert und ist einfach sehr, sehr vorsichtig!

Seitschwert - Spada di Lato (nach oben)
Hier kann man auf die Ausrüstung vom Schwert zurückgreifen.

Schutzkleidung für das Rapier, Main Gauche und Degen (nach oben)
Da die meisten Angriffe mit diesen Waffen Stichangriffe sind, ist ein Spitzenschutz in Form eines festgetapten Korkens bei freien Fechtübungen unerlässlich. Das erspart teure (und für historische Darstellung zu moderne) Fechtkleidung, durch die die meisten Spitzen (auch wenn sie stumpf sind) sowieso locker durchgehen würden.

Für den Schutz des Kopfes eine moderne Fechtmaske, nach Möglichkeit die 1300N (Newton) Maske, dazu sollte man noch einen Halsschutz aus dickem Leder tragen oder einen festen umgeschlagenen Lederkragen, der Stiche,
die unter den Rand der Fechtmaske rutschen, noch abfangen kann, bevor die Spitzen im Kehlkopf landen. Man sollte seine Fechtmaske mit einem zusätzliche Schutz für Hinterkopf und Nacken ausstatten (Polsterung oder Leder), da manche Techniken auch diese Zonen als Angriffsziel haben.

Zum Schutz der Hände Lederhandschuhe oder Fechthandschuhe mit langen Stulpen, die verhindern, dass eine
Spitze unter den Ärmel rutscht. Da bei der Fechtmethode mit dem Rapier auch die linke Hand zum Abfangen oder
Parieren der Waffe zum Einsatz kommt, muß auch diese mit einem Handschuh geschützt werden. Schweißerhandschuhe tun es auch hier, wenn man sich teure (aber schöne) Stulpenhandschuhe nicht antun will.
Da das Spiel der Hand und der Finger aber beim Fechten wichtig ist, sollten sie nicht zu klobig sein.

Als Körperschutz ist jede Form eines dicken Lederwamses geeignet. Dabei sollte man darauf achten, dass nicht genau in der Stichzone Öffnungen sind. Für Herren wie auch für Damen ist eine entsprechender Stichschutz modernes Fechtequipment für die heiklen Körperzonen sehr anzuraten.

Da vor allem der waffentragende Arm ein beliebtes Angriffsziel ist, ist auch hier zumindest ein Schutz aus einem Lederärmel oder einem wattierten Ärmel (ähnlich einem Gambeson) zu empfehlen.

Beine sind zwar nur selten Angriffsziele, da man dabei als Angreifer seine obere Körperhälfte zu sehr entblößt, aber eine moderne Fechthose oder eine leicht wattierte Hose kann schon einiges an Schutz bieten.

Stiche mit moderne Sportdegenklingen, die oft als leichte Klingen für Degen des 17. und 18. Jahrhunderts verwendet werden, können zu unerwartet schweren und tiefgehenden Prellungen und Blutergüssen führen. Die (im Vergleich zu einem Schwert) sehr leichte Schlagerklinge eines früheren Rapiers oder Haudegens kann - wenn sie beim Hieb genau am Knochen oder Gelenk landet, ebenfalls zu Prellungen, Beinhautentzündungen oder Gelenkskapselrissen führen.

Der beste Schutz ist immer noch ein kontrolliertes und überlegtes Fechten mit Hieb und Stichtechniken, bei denen eine Teil der Angriffsenergie abgefangen wird. Diese Techniken lernen wir im Training.

Technikübungen ohne Spitzenschutz und Schutzkleidung können schon etwas riskant sein, freies Kämpfen und "herumspielen" mit ungeschützten Waffen ist Schwachsinn und hochgefährlich. Ein Schwerthieb (aus Versehen) kann Knochen, Sehnen und Gelenke zerstören, eine kleines Loch im Brustkorb oder Kopf (aus Versehen) - auch mit einer stumpfen Spitze eines Schaukampfdegens - kann töten (und hat es auch schon!).